Archiv für April 2012

1. Mai 2012 Faschisten-Aufmarsch in Bonn

Faschisten sollen über Dr.-Weis-Platz ziehen

Nach Ansicht von Mani Stenner, Sprecher des Bündnis „Bonn stellt sich quer – Neonazis blockieren!“, führt der Weg der Faschisten am 1. Mai vom Beueler Bahnhofsvorplatz über die Friedrich-Breuer-Straße vorbei am Rathaus Richtung Rhein und von dort über Herrmann-, Johann-Link-Straße und Goetheallee zurück zum Bahnhof.
Diese Route hält er wegen der polizeilichen Auflagen zu den angemeldeten Protestmahnwachen und Demonstrationen für wahrscheinlich. Und wegen der Zurückhaltung der Polizei, die sich zum Weg des Faschisten-Aufmarsches bislang nicht äußert, wolle man zügig informieren.

„Die Beueler an der Strecke müssen wissen, was und wer da auf sie zukommt. Dafür werden wir sorgen“, sagt Lena Schneider, Sprecherin des Bündnisses, dem inzwischen mehr als 60 Gruppen und Organisationen angehören.

Damit umrunden die Faschisten einmal den Synagogenplatz und trampeln dabei in Springerstiefeln über den Dr.-Weis-Platz. Der jüdische Mediziner Max Weis aus Beuel ist Opfer der Verfolgung durch die Faschisten.

Eine solche Marschroute für Faschisten zeugt von einer Geschichtsvergessenheit der Behörden sondergleichen“, sagt Susanne Rhode, die als Vertreterin der Beueler Initiative gegen Fremdenhass vom Bündnis zur dritten Sprecherin gewählt wurde.

Von Parolen über Lautsprecher und dem unvermeidbaren Lärm der Gegenproteste seien am 1. Mai auch Patienten des St.-Josef-Hospitals in ihrer Mittagsruhe betroffen. Der Aufmarsch der Faschisten wird laut Bündnis am 1. Mai zum frühen Mittag erwartet. Protestaktionen in Beuel starten ab 9 Uhr. Treffpunkte dafür sollen im Internet auf www.bonn-stellt-sich-quer.de bekanntgegeben werden.

Kritik üben die Organisatoren des Gegenprotest an der Geheimhaltungspraxis der Polizei. „Die beschriebene Route geht gar nicht und darauf haben wir die Polizei schon letzte Woche hingewiesen“, sagt Stenner.

Wenn die Polizei die Befürchtungen ausräumen wolle, müsse sie endlich die Karten auf den Tisch legen. Laut Schneider werde man bei einer Bürgerversammlung, zu der Bezirksbürgermeister Wolfgang Hürter wahrscheinlich für kommenden Freitag einladen werde, über Möglichkeiten des Protests informieren.